Sonnenwasser rettet Leben

Solare Wasserdesinfektionsanlagen führen zu weniger Durchfallserkrankungen in Indianerdörfern in Brasilien

Im Juni 2012 verabschiedete sich Missionar Walter Sass nach 14 Jahren Arbeit von den Deni-Indianern im Amazonas in den Ruhestand. Der Abschied war eindrücklich. Menschen aus allen vier Denidörfern waren gekommen. Am Abend trafen dann noch viele Kanamari von ihren Dörfern ein. Insgesamt waren etwa 500 Indianer aus dem Xeruã-Gebiet zum Abschied gekommen. Und es flossen so manche Tränen.

Das lebenswichtige Projekt „Sonnenwasser“, das Walter Sass angestoßen hat, geht jedoch weiter. Immer wieder hatte er bei seinen Aufenthalten bei den Deni miterleben müssen, wie vor allem Kinder in an Durchfallserkrankungen verstorben sind. Städte und Ärzte, die hätten helfen können, waren unerreichbar weit. Jahrelang ließ ihn das Problem nicht in Ruhe.

Schuld an den Erkrankungen war das Flusswasser. Die Dorfbewohner benutzen es zum Trinken und Kochen. Zugleich wird im selben Fluss gebadet und Wäsche gewaschen. In der Regenzeit spült das abfließende Wasser aus dem höher gelegenen Dorf zusätzlich allen möglichen Schmutz in den Fluss.

Mehrere bisher bekannte Methoden zum Reinigen des Trinkwassers erwiesen sich als unpraktisch, die Technik war für die abgelegenen Dörfer in den Tropen zu empfindlich oder zu aufwendig. Bis dann die Idee entstand, eine Energiequelle zu nutzen, die die meiste Zeit ausreichend und kostenlos zur Verfügung stand: die Sonne.

In Zusammenarbeit mit dem nationalen Institut für Amazonasforschung mit Sitz in Manaus wurden solare Wasserdesinfektionsanlagen entwickelt. Seit 2010 unterstützen das Gustav-Adolf-Werk und der Verein Sonnenwasser e.V. den Aufbau dieser Anlagen in den Dörfern der Deni- und Kanamari-Indianern am Xeruã-Fluss. Die bisher installierten Anlagen funktionieren sehr gut. „Die Durchfallskrankheiten bei den Kindern sind erheblich gesunken“, blickt Walter Sass erfreut auf den Erfolg der Aktion. Er wohnt inzwischen in Manaus und kümmert sich von dort aus zusammen mit seinem ehemaligen Bootsfahrer um die Wartung der bestehenden Anlagen und um den Aufbau von neuen.

Helfen Sie mit, Leben zu retten, und spenden Sie sauberes Trinkwasser für Deni und Kanamari im Amazonas!