Das GAW Hessen-Nassau trauert um Preisträger Roman Herzog

Roman Herzog
Quelle: dpa

Das Gustav-Adolf-Werk Hessen-Nassau ist tief betroffen vom Tod dieser bedeutenden Persönlichkeit, der als Politiker, Protestant, Jurist und Europäer in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens bedeutende Spuren hinterlassen hat.

Roman Herzog war der dritte Prominente, der mit dem „Gustav-Adolf-Preis“ der hessen-nassauischen Hauptgruppe geehrt würde.

Bei der Preisverleihung am 26. Oktober 2001 in der Stadtkirche in Herborn würdigte der Vorsitzende, Pfarrer Matthias Loesch den Bundespräsidenten a. D. Roman Herzog für sein besonderes Engagement, nicht nur für den Schutz und das Lebensrecht von Minderheiten, sondern auch für deren vorbehaltlose Annahme“ und seinen Einsatz für ein Miteinander verschiedener Kulturen und sein entschiedenes Eintreten gegen Rassismus jeder Art.“

Das GAW erinnert daran, dass Roman Herzog Herausgeber des „Evangelischen Staatslexikons“ war. Er wirkte im Raum der Kirche als Vorsitzender der „Kammer für Öffentliche Verantwortung der EKD“. Er war lange Jahre Synodaler der EKD. Als Vorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU wirkte er als Christ in die Politik. Publizistisch betätigte sich der Protestant als Herausgeber der Zeitung „Christ und Welt“.

Roman Herzog leitete den ersten europäischen Konvent, der zwischen Dezember 1999 und Oktober 2000 die Charta der Grundrechte der Europäischen Union erarbeitete.

Herzogs leidenschaftlicher Einsatz galt der Aussöhnungsarbeit mit Russland, Polen, der Tschechei und Israel. Er rief unermüdlich dazu auf, das Erinnern an die Untaten des Nationalsozialismus für immer wachzuhalten und dem Frieden und der Aussöhnung zu dienen.

Das Gustav-Adolf-Werk wird sein Andenken in dankbarer Erinnerung behalten.

Passionsopfer 2017

Kirche Taschkent

Sanierung der lutherischen Kirche in Taschkent, Usbekistan

Usbekistan ist eines der am autoritärsten regierten Länder in Zentralasien. Menschenrechtsorganisationen kritisierten, dass unter dem Vorwand der Bekämpfung von Islamisten die Menschen‐ und Bügerrechte regelmäßg eingeschräkt und oppositionelle Ströungen unterdrükt werden. In diesem Umfeld hat es die kleine lutherische Kirche schwer, ihren christlichen Glauben zu leben.

Seit dem Tod von Bischof Wiebe Mitte 2015 wird diese Kirche von Bischof Eichholz aus Kirgisistan bischöflich begleitet. Eine der Gemeinden befindet sich in der Hauptstadt Taschkent. 100 Gemeindeglieder gehören ihr an. Die Gottesdienste, die von 40 bis 50 Menschen besucht werden, finden auf Russisch und Deutsch statt. Lektorin Ludmilla Schmidt, die an einem Fernstudium in Novosaratovka, Russland, teilnimmt, leitet die Gemeinde geistlich. Inzwischen gibt es wieder eine Jugendgruppe und eine kleine Kindergruppe.

„Nach jahrelangem Stillstand passiert wieder was in Taschkent“, berichtet Bischof Eichholz, der Ende 2016 vier neue Gemeindeglieder konfirmiert hat. In Taschkent befindet sich das einzige historische lutherische Kirchengebäude in Zentralasien. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fiel die Region an das russische Reich. Zur Gemeinde gehörten Landvermesser und andere Beamte im Dienste des Zaren. Sie ließen sich im damaligen Turkestan nieder. Die Lutherischen unter ihnen brachten auch ihren Glauben mit in die neue Heimat. Beim Militär gab es Lutheraner, wie z.B. General Kaufmann, der dafür sorgte, dass seine Glaubensgeschwister eine Kirche erhielten. 1877 entstand die Gemeinde in Taschkent, 1896 wurde die Kirche eingeweiht. Nachdem sie 1937 verstaatlich worden war, erhielt die Gemeinde ihre Kirche nach der Sowjetzeit 1993 zurück.

Nach der Rückgabe wurde die Kirche nur notdürftig saniert. Das Kirchendach muss dringend erneuert werden, denn es ist undicht, Stahlträger sind verrostet und Dachbalken verrotten langsam. Durch diese Schäden leiden die Kirchenmauern. Das Dach muss neu eingedeckt und die Folgeschäden im Inneren müssen behoben werden. Für diese Kirchensanierung bitten die Gemeinde und Bischof Eichholz um die Hilfe des Gustav Adolf Werkes, die Gesamtkosten sind mit 20 000 € veranschlagt.

Pfr. Gerhard Hechler, 2. Vorsitzender der GAW‐Hauptgruppe Hessen‐Nassau, konnte sich bei einem Besuch in Taschkent (im Februar 2016) vor Ort üer die notwendigen Arbeiten informieren. Das Gustav‐Adolf Werk in Hessen und Nassau möhte als langjäriger Partner der lutherischen Kirche in Usbekistan deren Anliegen unterstüzen und ruft deshalb mit dem Passionsopfer 2017 zur Spenden und Kollekten für die Kirchensanierung auf. Das Konto zum Helfen (Stichwort: Taschkent):

GAW EKHN

IBAN DE04 5206 0410 0204 1125 71

Evangelische Bank

BIC GENODEF1EK1